Tagebuch einer Aushilfs-Gassigeherin

Eine Bekannte brauchte wegen ihres Urlaubs jemanden, der auf ihren Hund namens Poet aufpasst – ein Podenco-Bardino-Mix mit sehr viel Kraft – und da hab ich mich gleich freiwillig gemeldet.

Dieser Hund ist bei kanarischen Jägern 5 Jahre aufgewachsen, d.h. er war in der Saison gut genug, ansonsten musste er zusehen, dass er so viel bekam, dass es zum Überleben reichte. Danach war er eine Zeit im Tierheim, und dann kam er zu Elke. Er hört in keinster Weise und hat Kraft wie ‚ne ganze Hundeschule zusammen (grobe Schätzung).

Nun kam es also, dass ein Spaziergang ganz besonders interessant wurde: Poet ist so geschickt gewesen, ein theater zu veranstalten, dass ich ihn im Kreis zurückziehen musste, woraufhin sein Kopf aus dem Halsband geflutscht und er über den Platz gerast ist – über die Straße und zum Strand in ein Hotel. Ich bin mit Leine samt Halsband hinter ihm her und hab an anderen Hundebesitzern, die ihre Hunde beruhigen mussten, erkannt wo er lang ist.

In der Anlage vom Hotel ist er zum Glück – nachdem er alle Katzen verscheucht hatte – in einen Eingang hinein und dann wollte er an mir vorbei. Er hat aber die falsche Seite genommen und stand in voller Größe an den Fenstern vom Speisesaal und hat sehr irritierte und fragende Blicke von allen Frühstücksgästen geerntet. Und ich hab ihm dann das Halsband drüber gestülpt und dann so ne typische Siegerpose eingenommen und die im Speisesaal haben geklatscht, hihi.

Foto: © Rommelsbacher / http://www.pixelio.de

Autor: Sabrina Drasdo
sabrinadrasdo@gmail.com

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