Meine Ferien von der Familie, Teil 1

• Wohin soll ich wenn meine Familie ohne mich in den Urlaub fährt?
• Am 31.05.2010 geht‘s für mich los
• LeeLoo erzählt:
• Ankommen in Köln

Meine Chefin (Gabi) bringt mich nach Köln zu Marion und Bernd. Die Fahrt von Jülich über Aachen (wir mussten meinen ehemaligen kleinen Chef, Cel, dort abholen) ist nicht so prickelnd. Es ist heiß, ich habe Durst. Mal sehen was so auf mich zukommt.

Jaaaa, ein neues Abenteuer! Wenn ich daran denke, wedelt meine Rute von alleine. Wir sind daaaha!!!!! Hallo Marion, hallo Bernd! Lange nicht gesehen, ich freu mich, seht ihr das?? Huch, ich bin so aufgeregt. Erst mal Wasser trinken. Danke.

Das war gut. So, jetzt habt ihr auch direkt gesehen, wie ich trinke. Aber Marion hat gesagt, dass stört sie nicht, wenn ich den Fußboden voll schlabber. Also, nochmal trinken, nochmal schlabbern. Sie soll direkt von Anfang an wissen, LeeLoo ist da!!!!!!!

So, ich muss mich erst einmal ausruhen. Gabi gibt Marion Anweisungen, wie ich zu handhaben bin. Gut, das wichtigste muss ja gesagt werden, alles andere zeig ich Dir dann schon. Pipimachen, zweimal am Tag??? Da muss ich aber lachen. Sieht nur niemand. In den eigenen Garten pieseln? Nein, das mache ich nicht. Heißt: zum letzten Gassi gehen aufs Feld.

Was sagt meine Chefin da gerade? Ich bin kein Wachhund??? Mooooment. Gut, ok, ich weiß ja nicht wer Freund oder Feind in diesem Haus ist. Bellen kann ich zwar, tu ich aber äußerst selten. Wenn nicht jeden Tag ein Feuerwerk ist, belle ich gar nicht. Wenn Bernd vor der Haustür steht, belle ich nur ein bisschen. Nicht laut, nur zur freudigen Begrüßung!!!!!! So, genug gesagt, wenn ihr aufgegessen habt, könnt ihr euch in den Urlaub verabschieden. Wir werden das schon hinkriegen.

Cehel? (Ich hab gehört was du gesagt hast) „Ich glaub, die LeeLoo hat mich schon vergessen“. Nein, ich hab Dich nicht vergessen, ich bin sauer auf dich weil du nicht mehr mit mir spazieren gehst, und ganz doll lieb hab ich Dich auch.

Anscheinend ist alles geklärt, alle Versprechungen gemacht. Meine Wehwehchen angesprochen, der Impfpass übergeben, Futtergabe besprochen, das Versprechen bei Ankunft am Urlaubsort, anzurufen und Marion zu beruhigen, gegeben … Gabi und Marcel gehen durch die Tür, streicheln mir über den

Kopf….ich wünsche euch auch nen schönen Urlaub. Kommt gesund wieder nach Hause. Ich bemühe mich auch gesund zu bleiben…bei diesem heißen Wetter. Marion will es mir leichter machen, und geht nicht mehr mit mir bis zum Auto, damit ich nicht sooo traurig bin, wenn ein Teil meiner Familie mich hier zurück lässt.

Ich hab meine Decken von zu Hause mitgebracht. Da leg ich mich jetzt erst einmal drauf und rieche ein bisschen daran.

Oooh, gestern Abend musste ich dringend noch einmal um 22:30 Uhr zum Pieseln aufs Feld. Ich muss doch wissen, wohin ich gehen muss und wie weit es bis dort ist, wie lange ich bis an meinem Ziel einhalten muss, usw.. Muss ja alles bedacht werden. Heute Morgen wusste ich dann, dass ich Marion um 6:00 Uhr wecken sollte. Hat auch alles gut geklappt. Waren wieder auf dem Feld. Aber da fahren Autos, weil die Arbeiten am Süther Feld beginnen. Aber ich bin gut erzogen, und wenn Marion mich ruft, höre ich sofort und gehe zu ihr. Sie will mich ja nur beschützen. Etwas Trauriges ist in Marion‘s Augen. Sie erzählt mir, dass sie hier mit Cindy, ihrem verstorbenen Hund, oft gegangen ist … Sie knuddelt und knutscht mich. Okeyokeyokey

Na klar gehen wir gleich noch ne Runde. Darauf hab ich mich doch gefreut“, sagt mir meine Ferienchefin. OK, ich mach derweil ein Nickerchen, und träum ein wenig.

Schrrrrrr, schrrrrrrr, schrrrrr

Ohjeh, da kommt sie doch so schnell nach Hause, hab ich gar nicht mit gerechnet … aufstehen, schütteln fertig machen..wir gehen jetzt ne große Runde, yeeeaa.

Aber was ist das? Marion schluchzt und weint, ich weiß ja von mir wie das ist, wenn man traurig ist. Nur, warum ist sie denn so drauf … hiehier, ich bin doch hiiiieeer.

Sie weint, und erzählt Bernd was los ist. Der versucht zumindest Marion zu trösten. Ist so’n Psychoding wie Bernd sagt. Dann will ich Dich mal aufmuntern. Hey, was ist mit der versprochenen großen Spazierrunde???? Zieh Dich um … Hundespaziergangklamotten … loohoos!!!! O K…die zwei machen sich fertig … jetzt geht’s lohos … Leine nicht vergessen. Bin mal gespannt wohin wir gehen … Erst mal nur bis zum Auto … manmanman … Ich lass mich überraschen. Wir fahren … ??? Wohin …??? Ich kenne das hier nicht … Gaaaanz ruhig Braune!!!!

Nach kurzer Fahrt sind wir da angekommen, wohin meine Ferienchefs hin wollten. Nett sieht das hier aus…..gaaanz viel und großes Wasser, und es riecht hier total gut. Erst einmal Zeitung lesen. Hier war ein kleiner Hund, da ein großer, ooh toll, an diesem Stück Wiese hat einer ne Nachricht hinterlassen, die liest sich, als wäre sie extra für mich….schnell hinhocken und darauf antworten …

So, jetzt mal richtig gucken wie es hier aussieht. Hier riecht es stark nach Pferden, Hunden und Menschen. Obwohl wir im Moment alleine hier sind, scheint doch sonst sehr viel hier los zu sein. Booohr, da … jede Menge Pferde…meine Nase kriegt es fast nicht geschafft….hatschiiie, hatschiiie hatschiiie, mein ganzer Körper niest mit..soo viele Gerüche…toll, ich freu mich.

Marion!!!! Bernd!!!!! Huch, die sind sooo weit hinter mir, ich muss mal zurücklaufen. Alles in Ordnung mit euch beiden?? OK. Ich lauf wieder vor … zumindest bis zur nächsten Kreuzung … wohin jetzt?? Ich spring schon mal, rechts? Links? Geradeaus? Wohin denn nun, macht mal voran. Gut, gehen wir geradeaus. Aber ich rieche doch viel Wasser, wann kommen wir dahin? Was jetzt? Marion ist weg, und Bernd sagt ich solle ihm suchen helfen…na, nichts leichter als das … daaa ist sie doch, guck!!!!

Kann ich jetzt wieder laufen???? Sag es mir. Ich brauch die Order. Jaaaa…sie hat es kapiert: „Dann lauf, LeeLoo“, und ich bin, zack, 50 Meter weiter.

Da ist schon wieder so ne blöde Kreuzung … warte ich eben. Es geht wieder geradeaus. Der Geruch von dem großen Wasser wird weniger. Aber das will ich doch auch sehen … Bernd, sag doch mal was … los!!! Er versteht mich…wir biegen rechts ab. Ich bin dann mal wieder ein paar Meter vor euch … und ich rieche es wieder: WASSER!!! Los, kommt schneller … uuuups, da ist ein Weg auf dem Fahrräder kommen können…joooh, ich warte auf meine Zweibeiner…aber macht doch mal schneller. Es ist so heiß, ich brauch ne Abkühlung in dem großen Wasser … kommt doch endlich. Na gut, ich lauf schon mal vor. Huuuch, das ist aber wirklich groß. Von Weitem sah das gar nicht so aus. Ich glaub, ich trau mich da nicht rein …

Bernd, Beheernd…geh mal vor. Wie gesagt, Bernd versteht mich und geht in das Wasser. Dann brauch ich ja keine Angst haben. Ooooh, ist das herrlich, kühl, erfrischend…ich kann sogar nen Schluck trinken.

WUNDERBAR!!!! Ich soll schwimmen??? Nein, auf keinen Fall. Ich mach ja fast alles was ihr wollt, aber ich geh nicht weiter in diesen Fluss. Mir reicht es, wenn meine Beine etwas abgekühlt sind, und gut is … meinetwegen können wir auch langsam nach Hause gehen, bevor ich doch noch schwimmen gehe … nein, nein nein.

Hier am Strand (dicke große Steine) ist das Gehen beschwerlich, können wir wieder oben auf dem Weg gehen?? Bis jetzt hab ich erst einmal genug gesehen. Ich will jetzt ein wenig schlafen, mich auf meine Decke kuscheln. Wo ist unser Auto?? Es ist mir zu gefährlich so weit vor zu laufen. Hier kommen sooo viele Fahrräder lang gefahren. Meine Ersatzzweibeiner passen aber ganz gut auf mich auf. Booohr, das war schön. Gehen wir morgen wieder hierher????

Marion, aufstehen…es ist schon 6:00 Uhr, ich muss mal Pipi machen. Jetzt mach schon…noch ein liebes Küsschen, und sie steht auf. Gut, gehen wir erst einmal die Zeitung holen. Aber ich muss mal pieseln….uuuurrrg. Marion meint gaaanz lieb, dass ich hier hinter dem Haus auf die Wiese pieseln darf…ich trau mich nicht. Weiß sie denn nicht, dass man nicht dorthin pieselt, wo man spielt? Einverstanden, die Zweibeiner pieseln ja auch im Haus. Ich kann auch nicht mehr einhalten, und mach einfach auf die Wiese. Guuuut … aber was ist das für ein Gestank??? Hier riecht es nach Katze … wo ist die? Die muss ich jagen. Da liegt doch was auf der Terrasse, und das stinkt … es ist die Katze. Wie komm ich da ran?? Marion versucht mich zu beruhigen. Das klappt nicht so gut. Weiß sie denn nicht, dass Katzen doof sind??

In Ordnung Marion, hast gewonnen, aber nur weil Du mir ein Leberwurstbrot zum Frühstück versprochen hast. Es ist schon wieder so heiß draußen. Bernd schläft noch. Marion und ich frühstücken schon mal. Sie trinkt Kaffee, und steckt sich so ein fieses, qualmendes Ding in den Mund … bäääh. Mein Leberwurstbrot schmeckt mit Sicherheit besser. So, jetzt leg ich mich wieder hin.

Was macht meine zweibeinige neue Freundin denn da?? Sie nennt es Gesicht anziehen. Ich nenn es schminken. Gehen wir wieder ans Wasser?? Oh ja, komm, mach schnell. Schneller!! Bernd kommt auch in die Gänge, aber er will nicht mitgehen. Also gehen wir alleine…Frauenpower. Mal riechen, ob mir einige Vierbeiner auf meine Nachrichten geantwortet haben. Nase auf die Erde und los geht es. Den Weg kenn ich ja schon. Wenn Marion genauso geht wie gestern, null Problemo….Sie ist was langsam. Hat sie irgendwann mal gedacht, dass sie mich müde bekommt, und ich hinter ihr her trotte???

Nein, das wird nicht passieren. Ich lauf dann mal wieder vor … schäm dich Marion … uns kommen sooo viele joggende Frauen entgegen. Selbst bei dieser Hitze. Und du stöhnst schon beim spazieren gehen. Ja, ich hab Verständnis … Du bist jetzt lange nicht mehr so unterwegs gewesen. Ich warte auch auf dich. Aber zur Belohnung darf ich gleich wieder ins Wasser???

Am Wasser sammelt sie Steine…ist die jetzt durchgeknallt oder was??? Mal sehen, was sie damit macht. Wirf die Steine ins Wasser, lass sie hüpfen. Das macht mein Chef immer so. Marion tut die Steine in eine große Tasche. Puuuh, die ist bekloppt. Bei dieser Hitze Steine schleppen. Naja, ich bin hier in Köln, und was sagt man hier?? „Jeder Jeck is anders“. Heute geh ich auch ganz schnell mal eben nur mit den Beinen ins Wasser um mich ab zu kühlen. Reicht jetzt. Komm, lass uns nach Hause fahren, du siehst geschafft aus.

)

Ich könnte ja noch hundert Kilometer laufen, aber Marion nicht mehr…*grins* Oooh, jetzt seh ich auch, was Du mit diesen Steinen vor hast. Da werden schöne Sprüche drauf geschrieben. Vielleicht kannst du ja noch ein wenig Verzierung drauf machen. Überleg es dir. Ich schlaf jetzt erst einmal ne Runde. Weck mich, wenn was neues passiert.

Uaaaarg, wieder wach. Yeeeaaa, Bernd war einkaufen. Er hat mir so einen tollen Knochen mitgebracht. Riecht gut, weiß aber nicht ob ich das mag. Die Hundeschokolade kannste direkt weg tun, die ess ich nicht. Was hast du gesagt?

Heute Abend wird gegrillt? Hmmm, das kenn ich von meinen Lieblingsmenschen. Das ist lecker. Wollt ihr etwa meine neuen Lieblingsmenschen werden? Ich geh mal eben ein bisschen auf meine Decke. Nachdenken!! Marion hat nämlich gesagt, dass sich meine Zweibeiner aus dem Urlaub noch nicht gemeldet haben. Heißt das, ich soll hier bleiben???

Maaarcel, Leiaaaa, Gaaaaabi Fraaahaaank … meldet euch! Nicht, dass es hier nicht schön ist, aber ihr seid meine liebsten Menschen. Man hört so viel in der Ferienzeit von verlassenen Vierbeinern. Ich hab doch diesen furchtbar traurigen letzten Brief eines Vierbeiners an seinen Menschen gelesen, und hab sooo dolle weinen müssen. Das macht ihr doch nicht???!!! Marion weckt mich, weil ich wohl sehr unruhig träume. Wenn die wüsste wovon ich geträumt hab, wäre sie sicher auch traurig. Sie kennt den Brief nämlich auch. Hier riecht es jetzt lecker nach Wurst. Wir gehen in den Garten, wo Bernd den Grill schon angemacht hat. So, Wurst drauf und warten. Ob ich was ab kriege??? Betteln darf ich ja nicht, tu ich auch nicht. Aber ich muss alles beobachten und im Blick haben. Kommt noch Besuch??? Sabber, sabbersabber … Freude, die Extra Wurst ist für mich … hmmmm…! Bitte gib sie mir so wie sie ist … waaas, Du schneidest die Wurst extra für mich klein, pustest sie für mich ein wenig kühler???? Ooooohh, ich muss dir die Ohren abschlecken, dich küssen….das war gut, das war lecker. Jetzt noch einmal Pipi machen und dann können wir schlafen gehen.

Wo fahren wir denn heute hin? Das ist nicht derselbe Weg wie gestern … Maaarion, umkehren, ich will an das große Wasser. Mir ist doch schon jetzt um halb acht soooo warm. Och menno.

Meine Aufpasserin beruhigt mich. Sie meint, wir fahren nur an eine andere Stelle von der Wasserstraße. Ok, neue Freundin, du kennst Dich hier aus. Ja, es stimmt, hier ist es auch schön. Nur muss ich hier wieder mehr aufpassen, weil ich mich noch nicht so auskenne. Erst gehen wir in ein Geschäft, wo Marion sich die komischen, stinkenden, qualmenden Dinger kauft.

Aber ich muss auch erst mal die Neuigkeiten hier am Wegrand lesen. Hey, hier ist ne kleine Kreuzung. Da ist der Geruch nach dem großen Wasser ganz doll. Lass uns mal hier in den Wald gehen. War doch gestern fast genauso. Guuut, ich hab sie schon so weit, dass sie auf mich hört. Aber, was macht Marion da??? Sie hockt sich hin und macht Pipi….uuuuhhhh. Das find ich komisch, und will erst einmal nicht zum Fluss. Erst muss ich mal lachen. Geben Menschen auch so ihre Nachrichten weiter? Nein, das hab ich in meinem Leben noch nie gesehen. Oder? Moment, mein Chef macht auch schon mal Pipi im Wald…aber die Nachricht kann Marion nicht gelesen haben…sooo gute Nasen haben die Zweibeiner nicht. Also, irgendwann muss mir das Verhalten mal erklärt werden.

Genug gegrübelt, jetzt aber ab ins Wasser. „HALT, STOP“ ruft meine Aufpasserin (so nenn ich die Marion nur, wenn ich sauer bin)…was soll das? Gestern willst du dass ich ins Wasser gehe, und heute darf ich nicht???? OK. Sie weiß was gut ist: Hoffe ich doch. ODER????? Es ist auch hier ganz nett, wenn ich ins Wasser dürfte … halllooooo?? Maaarion, mir ist heiß, und ich will ins Wasser. So, jetzt geh ich einfach…meine Aufpasserin ist gerade damit beschäftigt ne SMS zu schreiben … und schwupps … iiiiihhhhh, was ist das denn???? Matsch und Schlick kleben an meinen Beinen. Bäääähhhhh, das kann ich aber mal gar nicht vertragen. Maaaaarion, mach das weg … los schnell.

Meine liebste, beste neue Freundin geht mit mir an eine Stelle des Flusses, an der es nicht matschig ist. Da darf ich dann den Schlick abwaschen. Oooh, tut das gut. Endlich wieder sauber. So, das war jetzt aufregend genug…lass uns nach Hause fahren. Ich bin jetzt doch ein wenig geschafft und will mich von dem Schreck erholen. Ich verspreche dir, morgen höre ich wieder auf dich. Nun bin ich ein wenig müde. Gut, dass meine Decken überall bei dir zu Hause liegen. So vermisse ich meine Menschen nur ein bisschen.

Hilfeee, wo bin ich denn hier? Was ist das für ein Krach? Lieg ich hier auf einem Fußballplatz?? Sooo laut, ich will doch schlafen. Was ist los? Marion und Bernd schreien ……was ist passiert??? Da muss ich mal nachsehen gehen. Hoffentlich nix Schlimmes!!!

Ach, es ist ja Fußballweltmeisterschaft, und anscheinend spielen da ein paar Zweibeiner um Marion und Bernd zu gefallen. Das waren Jubelschreie. Ach, so hört sich das an. Und das Spiel ist auch nicht auf einem Fußballpatz, sondern hier im Wohnzimmer kommt das aus einer großen schwarzen Kiste. Meine Ferienzweibeiner nennen das wohl Fernseher. Na gut, dann geh ich eben einen Raum weiter, wo es etwas ruhiger ist. Nach zwei Stunden Geschrei, Gestöhne und Jubelrufen ist es endlich ruhig. Aber warum singen die zwei: „Don‘t cry for me Argentina“? Bernd, erklär mir das.

Ich glaube, er ist ziemlich glücklich, denn er will mit mir alleine spazieren gehen. Gut, freut mich, denn ich muss wieder mal pieseln. Bernd fährt mit mir zu einem Fußballplatz. Och nä, ne. Nicht schon wieder so ein Geschrei und Gekreische. Nein…hier ist es ruhig, und ich kann in Ruhe alle „Geschäfte“ erledigen. Die Wiese hier ist so schön frisch. Riecht gut, ist angenehm kühl, da muss ich mich doch mal richtig schön räkeln und wälzen….was ist los?

Bernd, was hast Du? Warum soll ich das nicht? Es tut mir gut.

Hahahahaha, er denkt, unter mir ist ein Hundehaufen in den ich mich schmeiße. Da mach ich doch noch drei, vier Drehungen, damit er denkt, dass ich gleich ordentlich stinke und er Angst haben muss, was Marion sagt … die würde bestimmt schimpfen. Aber ich mag den Bernd, und erlöse ihn. Zeige ihm, dass da nix, aber auch gar nix war, außer Gras. Aber lustig war es trotzdem, das Gesicht von meinem neuen Zweibeinerfreund. So, jetzt können wir nach Hause fahren. Bis morgen früh muss ich nicht mehr raus.

Hier in der Wohnung ist noch ein großer grauer Vogel. Wenn er spricht, (wieso sprechen Vögel) hat er die selbe Stimme wie Marion. Das ist ganz schön verwirrend. Der sagt immer:“ Komm mal her“. Anfangs bin ich Dussel doch wirklich zu seinem Häuschen getrottet, aber er wollte mich zwicken. Wenn wir alle schlafen gehen, dauert es ein wenig länger als bei mir zu Hause. Eh alle „Gute Nacht“ gesagt haben, maaaan ist das ein Ritual. Gonzo, (der große graue Papagei) sagt hundert Mal „Gute Nacht“, und immer antwortet Marion: „Gut Nacht mein dicker Futzemann“…wie soll man da in Ruhe einschlafen? Eeeendlich…..ein letztes Mal „Gute Nacht …“

Jippiiiieeee, ein neuer Morgen. Ein Tag mehr mit meiner Ferienfamilie, ein Tag weniger bis meine Familie wieder aus dem Urlaub kommt. Hab ich schon gesagt, dass sie mir nur ein bisschen fehlen??? Hier ist es nämlich ziemlich toll. Wir gehen die Zeitung holen, und Marion möchte, dass ich sie nach oben bringe. Näää, mach mal selber, brauch ich zu Hause auch nicht. Ich geh mal gucken, ob die doofe Katze wieder auf der Terrasse liegt. Und wenn ich schon mal hinten im Garten bin, mach ich doch auch direkt mal Pipi.

Eh Marion in die Puschen kommt, muss ich ja schon wieder. Mach voran, ich will zum großen Fluss meine Beine und meinen Bauch kühlen. Du kannst ja wieder Steine sammeln, und dir die Arme ausleiern, beim Tragen. Komm schon … zieh Dein Gesicht an, zieh deine Hundeausgehklamotten an. Ja. So.

Endlich im Auto, und wir fahren Richtung Wasser. Ich kann es schon riechen. Heute begegnen uns viele andere Hunde. Vor manchen von diesen Vierbeinern hab ich echten Respekt. Da mach ich doch mal lieber nen großen Bogen drum. Oooooh, was kommt denn da für ein Zotteltier? Da erkennt man ja nur am Wedeln wo vorne und hinten ist. Meine Zweibeinfreundin beugt sich runter, um dieses Zotteltier zu streicheln. Mach nicht!!!! Du weißt doch gar nicht, ob der beißt. Huuch, warum kullert denn bei Marion Wasser aus den Augen? Sie war doch gar nicht schwimmen. Den Ausruf von ihr: „Oooch, ein Beardie“, den muss ich wohl überhört haben. Die Chefin des zotteligen Vierbeiners fragt, ob Marion mal einen solchen Clown gehabt hat … hey…das war ne blöde Frage, guck doch wie sie weint. Der Zottel ist ein Bearded – Collie – Mädchen, und so einen Hund hatte Marion noch vor einiger Zeit. Als Cindy Zottelclown gestorben ist, hat sie sehr geweint und ist auch heute noch ziemlich traurig darüber.

Autor: Marion Eggenweiler
BM.Eggenweiler@t-online.de

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