Ein Fuchs schlich sich wohl viele Mal`
zu Bauer Roettgers Hühnerstall.
Der Bauer hat, wie ´s sich gehört,
die Legehennen eingesperrt,
was auf besondere Weise nützt,
weil es vor Vogelgrippe schützt.
Das kam dem Roten sehr entgegen,
braucht er doch nicht zu überlegen,
welch Tierchen aus der Hühnerschar
ohn` Mühe wohl zu reissen war!
So schlüpfte denn der Mordgesell
durchs Scheunentor, wo er ganz schnell
die Beute zu erlegen dachte.
Wenngleich er vorsichtig und sachte
sich anschlich, wurde er entdeckt,
und mittels Knüppel hingestreckt.
Die Hühner nahmen´s mit Vergnügen.
Doch tags darauf sah man eins liegen,
wie´s knusprig in der Pfanne briet
und Schadenfreude so missriet.
Der Fuchs erfuhr nach der Behandlung
eine gar seltsame Verwandlung.
Er dient seitdem – wenn wenig Hitze –
dem Bauern Roettger nun als Mütze.
Zu diesem Vorfall fällt mir ein:
des einen Glück, des andern Pein.
Foto: © wrw / http://www.pixelio.de
Autor: Hans Witteborg
HWitteborg@t-online.de
*****
Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de

» Erfolgreich
» Über die poetische Unbrauchbarkeit der Amsel
» Kalender
» Das Huhn
» Immer wieder Emma
» Man muss nicht auf der Leitung stehen
» Spiel zu Zwei'n
2 Kommentare
edithtg
30. September 2010 von 08:00 (UTC 2)
Hans Witteborg
1. Oktober 2010 von 17:02 (UTC 2)
jau, das sieht lecker aus, gut,dass der Fuchs keins erwischt hat. Ich freue mich als Autor immer über die geistreiche Bebilderung. Danke!