Der Palmesel

Jerusalem schwingt Palmenwedel,
Das Tor zur Stadt steht bittend offen.
Gewänder wallen – grob wie edel,
Ein Jubel hin zum großen Hoffen.

Der Esel aber fällt in Sinnen,
Er wurde niemals so empfangen.
Nun sieht er Augenwasser rinnen,
Es netzt die rot erregten Wangen.

Der Reiter auf des Tragtiers Rücken
Liebkost des Esels Hals und Mähne.
Die schlichte Einfalt schafft Entzücken,
Der Herr verwischt sich eine Träne.

Foto: Maesta. Duccio. Christ Entering Jerusalem – back side of Maesta Altar. Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at

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3 Kommentare

  1. Am Wochenende war ich nicht online – also kommt der Palmesel halt erst am Montag nach Palmsonntag.

    Kennt noch jemand die Sitte, dass das Familienmitglied, das am Morgen des Palmsonntag als letztes aufsteht als „Palmesel“ verspottet wird?

    • Rosmaringo
    • Ingo Baumgartner on 29. März 2010 at 07:34
    • Antworten

    Ja, freilich. Gestern musste eine meiner Töchter den Spott ertragen. :))

    1. Ich seh grad, das steht sogar bei Wikipedia: „Heute wird dasjenige Familienmitglied als Palmesel gehänselt, das als letztes am Palmsonntagmorgen aufsteht.“

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