Ein Rammler namens Hase

Eigentlich wollten wir nur eine Kleinigkeit essen und landeten bei dem Hasenbebeles-Verein. Da war heut ganz schön was los und sogar Lose wurden verkauft,klar nahmen wir auch ein paar. Es wurde ein richtig schöner Abend und irgendwann wurden dann die Losnummer aufgerufen die gewonnen hatten.

Tatsächlich, die Nummer 359 hatte gewonnen und sogar den Hauptpreis! Ja, das war doch meine Nummer! Einen Hauptpreis, den hatte ich noch nie gewonnen. Ich freute mich riesig.

Und da kam er schon der Hauptgewinn, in einem großen Karton wurde er mir überreicht. Ein Karton der sich bewegt und noch dazu schwer ist, was kann das denn sein, dachte ich und schaute vorsichtig hinein. Klar, es konnte doch nur ein Hase sein, schließlich waren wir beim Hasenbebeles-Verein. Er sah wunderschön aus, so wie der Hase von Dürer. Kennt jeder, denke ich mal.

Der Hase sei ein Rammler, sagte mir der Vorstand vom Verein und zwinkerte mir zu. Da sei für Nachwuchs bestens gesorgt. Er heiße „Hase“, meinte er noch und sei ein Prachtexemplar.

Am nächsten Tag bauten wir einen Hasenstall, gaben Heu und Futter hinein und freuten uns, weil unsere Kinder total begeistert von dem neuen Hausgenossen waren. Der Hase wurde schnell größer. und eines Tages war die Stalltüre offen und der Hase verschwunden.

Die Kinder suchten ihn überall und fanden ihn nicht weit vom Haus in einem Feld. Dort hockte er und ließ sich auch einfangen.

Eigenartiger Weise wurde der Hase immer dicker und riss sich auch noch Haare aus. Komisch, dachte ich, das machen doch nur Häsinnen. Kann nicht sein, dachte ich, das ist doch ein Rammler. Ich rief bei dem Hasenbebeles-Verein an und fragte nach. Die Antwort: „Klar ist es ein Rammler, was denn sonst?“

Nach wenigen Wochen lagen zwei allerliebste kleine Hasenkinder im Stall. Sie waren genauso schön wie der Rammler, der kein Rammler war. Und ich hatte den Verdacht, dass ich veräppelt worden war. Aber die Kleinen waren so niedlich, dass mir das gar nichts ausmachte. Und die Kinder freuten sich über die beiden Hasen.

Abbildung: Albrecht Dürer: „Junger Hase“. Diese Bilddatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.

Autor: Ursula Geier
UrsulaGeier@web.de

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2 Kommentare

  1. Bei uns in der Gegend ist der Spitzname des Kleintierzüchtervereins „Hasenschwänzles-Verein“. 😉

    Und was die Illustration angeht: Ich weiß, Dürer hat einen Feldhasen gezeichnet, und in der Geschichte geht’s um Stallhasen, also Kaninchen. Aber da das Kunstwerk in der Geschichte erwähnt wird, dachte ich, das kann man schon machen.

  2. Danke, genauso sah er aus, und ich freue mich über den Hasen von Dürer.

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