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Geier

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Es glitzert und wispert im Weihnachtswald

Es war einer jener Nächte wo der Mond so voll scheint, dass man nicht schlafen kann. Und deswegen saß ich am Fenster und schaute in die helle Nacht hinaus. Die Straßenlaternen waren schon ausgeschaltet und es brannten nur noch einzelne Hausbeleuchtungen, kurzum, es sah schon etwas gespenstisch aus. Ab und zu ging ein Bewegungsmelderlicht an, wenn eine Katze vorbei huschte. Und sogar ein Fuchs zeigte sich. Ein paar Igel sah ich und einen verspielten Marder.

Aber die Katzen zeigten sich heute öfter und es waren mehrere als sonst. Es schien so, als ob sie sich alle miteinander verabredet hatten. Ich musste unbedingt wissen, wo sie alle hinliefen und deswegen schlüpfte ich in meinen Mantel und setzte meine dicke Pudelmütze auf. Es war nicht einfach den Katzen zu folgen, aber ich schaffte es und stapfte ihnen hinterher.

Es lag zum Glück viel Schnee auf den Straßen, da hörten die Katzen meine Schritte nicht. Sie sahen sich zwar ab und zu um, aber sie entdeckten mich nicht, oder es war ihnen egal. Gleich hinter dem Friedhof entdeckte ich ein kleines Wäldchen, das ich vorher noch nie bemerkt hatte. Dort saßen viele Katzen im Halbkreis und schauten gebannt nach vorne.

Und dort saß ein alter dicker Kater der, ich muß es zugeben, majestätisch aussah. Die Katzen im Halbkreis schwatzten und schnatterten, dann wurde es auf einmal ganz still. Der alte Kater hatte eine Pfote hoch gehoben und sich so Gehör verschafft. Was er allerdings sagte, verstand ich nicht, denn ich kannte die Katzensprache nicht.

Ich sah nur, wie sich die kleinen Katzengesichtchen verklärten und alle ganz glücklich strahlten. Die Bäume erstrahlten plötzlich in einem milden Licht der Mond leuchtete noch heller als vorher. Dann fing es an zu schneien und der Schnee zauberte viele kleine Sterne auf die Tannenbäume, alles sah wunderhübsch aus. Ich spürte wie die Welt friedlicher wurde und sogar die Menschen glückliche Gesichter zeigten. Dann hörte ich in der Ferne die Glocken läuten und von überall her klangen Weihnachtslieder. Der Zauber der Heiligen Nacht legte sich über unsere Welt und machte sie friedvoll.

Foto: © Kulle (UlrikeLacour) / http://www.pixelio.de

Autor: Ursula Geier, November 2009
UrsulaGeier@web.de

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1 Kommentar

  1. Geier Ursula

    Eine schöne Katze und sie hat wirklich ein verklärtes Gesichtchen, ja, man sieht ihr an, dass sie sich auf Weihnachten gefreut hat. Lieben Gruß
    Ursula Geier

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