Kimba verliebt sich unsterblich

Nun war Kimba schon eine ganze Weile bei uns und er wurde immer schöner. Sein silbergraues Fell glänzte und seine goldenen Kinderaugen verloren so ganz langsam ihren unschuldigen Schimmer und schauten frech und sehr wissend in die Welt.

Sein Körper war ausgewachsen und seine Katzenpfoten dick und mächtig, also kurzum gesagt, er war ein schöner und stämmiger Kater geworden. Er stammte aus der Familie der Karthäuserkatzen, eine Rasse die den Menschen besonders zugeneigt ist und ihren Menschen sehr liebt.

Kimba war eigentlich der Kater meines Sohnes und ihn liebte er sehr. Er lief ihm hinterher und ging sogar mit ihm spazieren. Kimba „redete“ viel und er war ein ganz eitler Kater, er putzte sich oft und ausgiebig. Klar, dass ihm die Kätzinnen nur so hinterher liefen, aber er beachtete sie gar nicht, bis sie kam.

Plötzlich war sie da, schlank, hochgewachsen und schneeweiß, kein grauer Fleck. Sie strahlte in makellosem Weiß. Ihre grünen Augen schauten stolz und siegessicher auf die anderen Katzen, und es schien fast so, als hätte sie wissendes Lächeln um ihr zartes Katzenschnäuzchen.

Zuerst lief sie ein paar Mal hin und her, ohne Eile, fast provozierend und dann setzte sie sich auf die Gartenmauer und schaute gelangweilt nach unten, wo Kimba wartend nach oben schaute. Dann sprang sie plötzlich auf und verschwand blitzschnell um die nächste Ecke. Kimba rannte hinterher aber er erwischte sie nicht.

Das ging ein paar Tage so, ein nettes Spiel, Kimba wurde immer nervöser und „redete“ immer schneller. Er sah richtig lustig aus wenn er so „schnatterte“ und fast schreiende Laute von sich gab, die aber die Katzendame völlig ungerührt ließen, sie reagierte gar nicht auf seine „Gesänge“, drehte sich einfach um und sauste um die Ecke.

Er begriff nichts, also putzte er sich ausgiebig und schaute mit seinen goldenen Augen sehnsüchtig hinter ihr her, sie blitzte ihn mit ihren smaragdgrünen Augen kalt an und weg war sie.
„Findest Du auch das sie sehr aristokratisch aussieht?“, fragte mein Sohn.
„Ja, stimmt“, gab ich zur Antwort, „sie hat schon was Adeliges an sich.“

Und trotzdem gab Kimba nicht auf, für ihn gab es nur „Donna“ so hatte ich sie insgeheimgetauft, und man sah ihm an, das er total in sie verliebt war. Er „bettelte“ richtig um ihre Gunst. Er ließ nicht locker und er gewann sie, denn nach einigen Tagen kamen sie gemeinsam um die Ecke. Ein schönes Bild, die beiden.

Von jetzt an trennten sie sich nicht mehr, sie blieben sich treu und das viele Jahre. Klar hatten sie auch gemeinsame Katzenkinder, aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

Foto: © rapunzel555 (A. Friedrich-Baack) / http://www.pixelio.de

Autor: Ursula Geier, November 2009 UrsulaGeier@web.de
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3 Kommentare

  1. Liebe Frau Nebel
    danke, so sah er aus mein Kimba, ein wundervolles Bild. Lieben Dank und einen herzlichen Gruß.
    Ursula Geier

    • Michelle Robin on 13. Februar 2010 at 16:43
    • Antworten

    Sehr einfühlsam beschrieben. Hat mir sehr gut gefallen. Nur ein Katzenliebhaber beobachtet sein Tier so aufmerksam…

    Liebe Grüße
    Michelle Robin

    1. Stimmt, ich liebe meine Katzen und sie mich.
      Und sie können besser zuhören und trösten als jeder Mensch, lieben Gruß Uschi

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