Pedro von der Straße

Diese Geschichte erzählte mir ein sehr lieber Freund. Sie ist wahr und so schön, daß ich sie einfach niederschreiben muß.

Es war einmal eine glückliche Familie mit Mutter, Vater,Sohn und zwei Hunden. Die Mutter wollen wir Eva nennen, den Vater Heiner und den Sohn Alex. Die beiden Hunde Asta und Arcor. Vater Heiner und seine Familie lebten in Deutschland machten aber jedes Jahr mehrere Wochen Urlaub in Spanien, dort besaßen sie auch ein Haus.

Vater Heiner hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, jeden Abend ganz alleine eine kleine Autorundfahrt zu unternehmen. Bei einer dieser Fahrten sah er auf der Straße einen kleinen Hund, der überall herum lief und nach Futter suchte. Niedlich sah er aus, große braune Knopfaugen, gelocktes Fell, so groß wie ein Dackel, und ein Mischling. Das machte ihn so richtig liebenswert.

Es war Oktober und die meisten Touristen schon abgereist, der Kleine hatte es schwer, jetzt Nahrung zu finden. Vater Heiner überlegte nicht lange, er lud das kleine Hundekind in sein Auto und nahm es mit nach hause.

Seine Frau und Sohn freuten sich riesig über den kleinen Kerl. Er wurde gebadet und gefüttert und sah danach richtig hübsch aus, später schlief er selig am Fußende von Alexanders Bett. Aber schon am nächsten Morgen klingelte ganz früh das Telefon und eine Frau beschimpfte Heiner ganz bitterböse und nannte ihn einen Hundedieb.

Sie wolle ihren Pedro wieder zurück schrie sie und zwar sofort. Heiner beruhigte sie und verabredete sich mit ihr. Er nahm den Hund „Pedro“ und fuhr zu dem Treffpunkt. Dort wartete schon die Frau auf ihn und nahm ihm Pedro aus dem Arm und drückte und küsste ihn.

Heiner erfuhr, das „Pedro“ der Liebling der ganzen Straße war. Alle hatten ihn lieb, fütterten ihn, und nun würde der Hund bald ganz alleine sein, weil in wenigen Tagen auch noch die letzten nach hause flogen. „Und was soll dann aus unserem armen Pedro werden“?“, schluchzte sie. „Er wird doch alleine verhungern, der Kleine.“
„Ich nehme ihn mit zu mir nach Deutschland“, sagte Heiner, „da hat er gleich zwei Spielkameraden, meine Asta und meinen Arcor. Sie sind zwei ganz liebe Schäferhunde und sie werden Pedro lieb haben.“
Und der kleine Pedro schaute Heiner mit seinen braunen Kulleraugen an, sprang auf seinen Arm und schleckte in stürmisch ab.

Und so geschah es, die Familie flog mit „Pedro“ nach Deutschland und das Findelkind verstand sich super mit den beiden Schäferhunden. Sehr glücklich war auch Alex, er hatte den kleinen Pedro sehr lieb und die beiden waren meistens zusammen.

Eigentlich müsste die Geschichte hier zu Ende sein, aber sie geht weiter. Fast zwei Jahre war der Hund Pedro bei seiner Familie in Deutschland und im Urlaub in Spanien, dann trennten sich Eva und Heiner. Eva blieb mit den Hunden in Spanien, Heiner mit Sohn Alex in Deutschland. Alex war traurig ohne Pedro, er sah ihn jetzt nur noch wenn er in Spanien Urlaub machte und es brach ihm fast das Herz, wenn er wieder nach Deutschland fliegen mußte.

Als Eva umzog gab sie die drei Hunde weg, und Alex konnte Pedro nicht mehr sehen. Er wurde immer trauriger und stiller. Alex wollte nicht mehr nach Spanien fliegen weil sein Pedro nicht mehr dort war, aber Heiner zog es irgendwie da hin, warum wusste er nicht.

Kaum in Spanien gelandet fuhr Heiner seine gewohnte Runde wie früher. Da, was war das, der Hund dort, der sah genauso aus wie Pedro. Und Heiner bremste, stieg aus, rief laut „Pedro“ und rannte los, auf den Hund zu. Und der Hund rannte auf Heiner zu, riss ihn fast um, sprang ihm auf den Arm und schleckte sein Gesicht ab.

Ja, es war Pedro, sein Pedro. Heiner konnte es fast nicht glauben, er war überglücklich, er hatte seinen Pedro wieder. Schnell fuhr er nachhause um Alex zu überraschen. Und Alex weinte vor Freude über die Rückkehr von seinem Pedro und küsste ihn stürmisch und immer wieder.

„Wir trennen uns nie mehr sagte er zu seinem Vater und Pedro, so war es auch. Heiner, Alex und Pedro verbrachten noch viele gemeinsame glückliche Jahre. Der kleine Hund Pedro ist ein alter Hund geworden und seine Familie, Heiner und Alex, haben ihn so geliebt wie er sie geliebt hat. So endete „Pedros“ Heimkehr doch noch so glücklich wie im Märchen.

Foto: © Torsten Gudescheit / http://www.pixelio.de

Autor: Ursula Geier, November 2009 UrsulaGeier@web.de
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1 Kommentar

  1. Hallo Frau Nebel
    ich finde das Hundebild einfach süß, schon komisch, Tiere gefallen mir einfach besser als Menschen, außer meiner Enkeltochter Julie, die ist wunderschön.
    lieben Dank und Gruß
    Ursula Geier

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