Momo wird Freigänger

Kater Momo ist ein ganz besonderer Kater. Über ihn habe ich einige Geschichten geschrieben. Hier ist eine davon.

Kater Momo gehörte zur Rasse der Siam-Katzen, ein alter Thai-Kater also, der etwas Mystisches hatte. Kater Momo fuhr gerne im Auto mit und erschreckte uns manchmal fast zu Tode, nämlich dann wenn er sich heimlich ins Auto schlich und auf dem Rücksitz wartete bis das Auto los fuhr, um dann mit einem kühnen Sprung auf dem Vordersitz zu landen und uns mit seinen großen blauen Augen unschuldig an zu schauen.

Kater Momo liebte nur einen Menschen und das war Danny, mich maunzte er manchmal an, aber mit Danny „redete“ er sehr viel. Und noch eine Leidenschaft besaß er: Lange Spaziergänge waren seine Lieblingsbeschäftigung. Da ging er ganz geschickt vor. Er wartete meistens, bis einer von uns das Haus verließ, dann schlich er hinterher, aber so geschickt, dass man ihn nicht bemerkte. Nicht selten geschah es, dass er plötzlich in unserer kleinen Kneipe, wo wir ab und zu einkehrten, neben uns auf einem Stuhl saß und fröhlich miaute.

Als wir Momo abholten, war er ein richtiger Einzelgänger gewesen und hatte nie aus dem Haus gedurft. Danny gefiel das gar nicht und er gewöhnte ihn langsam nach draußen. Als Momo das erste Mal hinaus ging setzte er sich zuerst hin und bestaunte die Gräser und Blumen die sich leise im Wind bewegten. Nach einer Weile hüpfte er wie ein junges Böcklein hin und her, sauste plötzlich los um sich dann wie wild um sich selbst zu drehen. Es war ein Bild für Götte,r und ich lachte weil es so lustig aussah. Jetzt hatte ich ihn beleidigt, er drehte sich um und ging ins Haus.

Irgendwann fing er an Mäuse zu fangen und sie ins Haus zu bringen. Er legte sie mir vor die Füße und ging erst dann wieder, wenn ich ihm über den Kopf streichelte und lobte. Nur eine Sache dauerte sehr lange: Die Sache mit der Katzenkiste. Er wollte sie weiter benutzen und nicht nach draußen gehen. Nach dem Essen brachte ich ihn hinaus und wartete, dass er sein Geschäft verrichtete. Aber er tat es nicht. Er kam wieder rein und ging auf sein Kistchen.

Dann stellte Danny sein Kistchen vor die Tür und er begriff, was er tun sollte. Endlich hatte er gelernt, auf das Katzenkistchen zu gehen, das vor der Türe stand, und nicht im Zimmer herum zu stänkern. Und wir konnten wieder in Ruhe unser Essen genießen – ohne den herben Duft von Kater Momo.

Foto: © Melmonth / http://www.pixelio.de

Autor: Ursula Geier, November 2009 UrsulaGeier@web.de
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