Napoleon, du bist mein Held

Schon als Napoleon zu uns kam, ahnten wir dass er ein ganz besonderer Hund war. Seine Augen schauten noch ganz verwundert in die Welt, so wie es bei kleinen Welpen ist, später änderte sich das, und er bekam einen spitzbübischen Blick.

Das kleine Bündel Hund hatte ein schwarzes braunes und weiß geflecktes Fell. Er sah so unschuldig aus, so als ob er kein Wässerchen trüben könnte, dabei hatte er es faustdick hinter seinen Schlappohren.

Napoleon war eine Mischung aus Beagle und Dackel, etwa 35 cm hoch mit krummen Dackelbeinchen und Beagleohren, aber ganz schön stämmig gebaut. Sein Vater ein Dackelhund, seine Mutter eine Beaglehündin, beide ganz lieb, wobei der Dickkopf seines Vaters und die Liebenswürdigkeit seiner Mutter zu gleichen Teilen in Napoleon vereint waren.

Am liebsten hielt sich Napoleon bei den Kühen auf, er jagte sie und bellte laut wenn sie “Muh“ machten. Doch damit nicht genug, er zwickte sie auch in ihr Euter und freute sich diebisch wenn er sie erwischte. Eines Tages, Napoleon hatte gerade wieder eine Kuh ins Euter gezwickt, trat ihn diese mit ihrem Fuß so heftig, dass der kleine Hund in hohem Bogen durch die Luft flog. Seit diesem Tag zwickte Napoleon keine Kuh mehr ins Euter.

Dafür stellte er andere kleine Dinge an, er holte wenn keiner hin sah, die Schnitzel vom Teller, versteckte Socken und zerbiss mit Begeisterung Hausschuhe. Und immer sah er so unschuldig aus, dass ihm keiner böse sein konnte.

Sein Lieblingsplatz war in der Küche auf der großen Eckbank die um den Kachelofen herum gebaut war. Dort schlief und träumte er, oft mit unserer Katze Karla die auch aus seiner Schüssel fressen durfte.

Als Napoleon größer geworden war, verliebte er sich in eine langhaarige Dackeldame und saß stundenlang vor der Haustüre wo sie wohnte. Er gab auch nicht auf als es bitter kalt wurde und er fast erfroren wäre. Hätten die Leute Napoleon nicht ins Haus geholt, er hätte mit Sicherheit nicht überlebt. Und er war so treu, das er viele Jahre immer wieder vor der Haustüre jener Dackeldame saß. Alle anderen Hunde waren schon nachhause gegangen, nur Napoleon wartete immer noch auf seine große Liebe.

Eines Tages, mein Mann schob noch eine Pizza in den Ofen und legte sich auf die Eckbank um auf die Pizza zu warten, dabei muss er eingeschlafen sein. Er wachte erst auf als ihn Napoleon am Hemd zog und wie ein Verrückter bellte. Die ganze Küche war schon voller Rauch und die Pizza schwarz und verkohlt. Napoleon bellte und zerrte an meinem Mann bis er aufstand und die Fenster öffnete. Napoleon hat meinem Mann das Leben gerettet, dieser treue Hund erkannte die Gefahr und handelte. Ohne Napoleon wäre Schlimmes passiert, das ganze Haus hätte abbrennen können.

BRANDSCHUTZ

Foto: © Sternschnuppe1 (Rike) / http://www.pixelio.de

Autor: Ursula Geier, Oktober 2009
UrsulaGeier@web.de
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2 Kommentare

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  1. Heute geht mein Kommentar an Frau Nebel, sie ist einfach toll. Unermüdlich arbeitet sie für http://www.tiergeschichten.de, dafür meinen herzlichen Dank.
    Ursula Geier

    1. Vielen Dank!
      Wobei die Seite natürrrrlich steht und fällt mit den Beiträgen der Autorinnen und Autoren. Sie schreiben (und fotografieren) – ich publiziere.

  1. […] Napoleon, du bist mein Held […]

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