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Geier

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Cimba wandert widerwillig aus

Kater Cimba war sehr traurig, und das hatte auch seinen Grund. Er sollte mit seinem Frauchen nach Spanien fliegen, dabei wollte er das gar nicht. Es gefiel ihm sehr gut in Deutschland und da waren auch seine Freunde. Der Bernhardinerhund Lady, die Katze Steffi und das Meerschweinchen Charly und Vogel Otto.

Aber sein Frauchen hatte sich das in den Kopf gesetzt und er konnte nichts dagegen tun. Am meisten würde er Lady den Hund vermissen, der hatte ihn immer beschützt, wenn Gefahr in Verzug war.

Cimba erinnerte sich noch an die Zeit als er in München gewohnt hatte, dort konnte er über die Dächer spazieren und den Mond von ganz nah betrachten. Leider gefiel das den Menschen nicht, sie sahen es nicht gerne, wenn Cimba bei ihnen vorbei spazierte und laut miaute. Manchmal sogar in ihre Wohnungen sprang, wenn die Dachfenster geöffnet waren. Deswegen musste ihn sein erstes Herrchen auch abgeben und er kam zu seinem Frauchen, das er sehr liebte. Dort konnte er in einem schönen Haus mit Garten wohnen und mit seinen neuen Tierfreunden spielen. Am Anfang fürchtete er sich schon vor dem großen Bernhardinerhund, aber schnell merkte er wie gutmütig Lady war. Er durfte sogar aus dem gleichen Fressnapf naschen, aber sein Katzenfutter mochte er doch lieber.

Und jetzt sollte das alles vorbei sein und Cimba nach Spanien gehen. Sein Frauchen hatte sich dort ein Haus gekauft und wollte dort leben. Morgen würden sie fliegen, und Cimba überlegte wie er das verhindern könnte, aber es fiel ihm nichts ein.

Der nächste Tag war da, heute Mittag ging es zu Flughafen und dann in den Flieger. Cimba fühlte sich ganz schrecklich und versteckte sich hinter der Hecke am Haus, er hoffte, dass ihn niemand finden würde. Dort muss er wohl eingeschlafen sein, er bekam nicht einmal mit, das sein Frauchen ihn überall suchte. Als er wieder aufwachte dröhnte sein Kopf und ihm war schlecht. Dann sah er, das er in einem Käfig saß aus dem er nicht heraus kommen konnte, weil er abgesperrt war. Das entsetzte ihn und er fing an laut zu schreien, aber niemand hörte ihn, nur die anderen Tiere, die ebenfalls in Käfigen hocktenoder lagen. Sie erklärten ihm, das er in einem Flieger war, der nach Spanien flog.

Cimba sah ein, das er im Moment nichts tun konnte und er legte sich ganz ruhig hin um zu schlafen. Irgendwann wachte er auf und stellte fest, dass er sich nicht mehr im Flugzeug befand, sondern auf dem Laufband wo auch Koffer standen. Und da stand sein Frauchen und rief ihn. Cimba war sauer und er schrie und fauchte wie verrückt. So eine Gemeinheit, ihn in so einem engen Käfig ein zu sperren und in einen Flieger zu bringen, das würde er ihr lange nicht vergessen.

Dann nahm sein Frauchen den Käfig mit dem schreienden und fauchenden Cimba und stieg in ein Taxi. Sie fuhr direkt zum Haus und brachte Cimba in ein Zimmer. Dann öffnete sie die Käfigtüre und Cimba war frei, aber er schrie und fauchte immer noch wie wild und fressen wollte er auch nicht.

Vor lauter Erschöpfung schlief er auf seiner Decke ein, und ins Bett zu Frauchen wollte er ebenfalls nicht, zu sehr hatte sie ihn enttäuscht. Erst nach ein paar Tagen sah sich Cimba sein neues Zuhause an und er musste zugeben, es gefiel ihm ganz gut.

Foto: © Hartmut910 / http://www.pixelio.de

Autor: Ursula Geier, November 2009
UrsulaGeier@web.de
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1 Kommentar

  1. Heidi

    diese Geschichte ist wunderbar

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