Ein Ahorn, mächtig, hochbetagt,
Verlockt zu kurzer Schattenruh.
Ein Taubenpaar im Laubwerk klagt
Melodisch sanftes ku-ruh, ku.
Den Riesen fleckt schon weiches Moos,
In kleinen Inseln grünt es dicht.
Vom Wipfel zu der Erde Schoß
Tupft flirrend grelles Sonnenlicht.
Der Wind streicht neckend übers Blatt,
An tausend Zweigen gleiches Spiel.
Der Wespe Gallen leuchten satt,
Ein Weißling flattert ohne Ziel.
Wo der Stamm zum Ast sich teilt,
Tönt Amselflöten aus dem Nest.
Ein schlanker Fühlerträger weilt
Am Spalte, wo die Borke nässt.
Das Eichhorn, nur zu Kurzbesuch,
Verwundert Finken, hier zu Rast.
Welch spannend angelegtes Buch
Hat Autor Ahorn da verfasst.
Foto: © blueguardian (Beneke Traub) / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at
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