Die Amsel flötet früh am Morgen.
Sie singt die Weise ohne Noten.
Verliebt ins Lied, noch frei von Sorgen,
So trällert sie, im Busch verborgen,
Als wär ein Morgengruß verboten.
Dies alles scheint der Mensch zu glauben.
Der Zweck ist aber unerfreulich.
Des Hahnes Pfeifen in den Lauben
Ist eher warnend böses Schnauben
Und klingt für Amselmänner gräulich.
Jedoch der Holden im Gezweige,
Verzückt vom Auftritt des Tenores,
Erscheint das Drohen wie der Geige
Verträumter Klang zur Morgenneige.
Von Liebe träumt sie, nicht von Zores.
Foto: © bigmama (Manfred Schimmel) / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at
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