Warnung an die Europäer

Beschreibung mancher Kreatur:
Verblichen, längst dahingegangen.
Man findet Knochen oder Spur,
Doch wenig, was daran gehangen.

Der Auerochse oder Ur
Verließ die Welt im Mittelalter.
Vom Riesenrinde weiß man nur,
Es taugte nicht für Rinderhalter.

Das Mammut, Langhaarzotteltier,
Vergnügte sich im Schneegestöber.
War sanft, doch trank’s Neanderbier,
Da wurd‘ es bös und merklich gröber.

Ein Tiger war der Säbelzahn,
Ein Räuber, längst schon eingemottet.
Das Tier verharrte in dem Wahn,
Es würd‘ vom Sapiens verspottet.

Den Dronten, reichlich truthahngroß.
Genügte Fußmarsch statt zu fliegen.
Auch sie ereilte einst das Los,
Das Leben nicht mehr hinzukriegen.

Was geht nun in Europa vor,
Die Leute lahmen in den Lenden.
Vergreist ist schon der Knabenchor,
So fragt man sich, wie soll das enden?

Der blasse Menschenschlag erlischt,
Ersetzt durch Farben aller Schatten.
Die Karten werden neu gemischt,
Wenn Trieb und Zukunftslust ermatten.

europa

Foto: © geralt (Gerd Altmann und Francesco Rolland) / pixelio

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.tiergeschichten.de/2008/12/29/warnung-an-die-europaer/

1 Kommentar

  1. Europa fehlt der Zeugungswille,
    nicht Mal so sehr die Liebeslust.
    Es liegt am Gummi und der Pille,
    an Zukunftsangst und andrem Frust.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.