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Rosmaringo

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Batteriehühner (Satire)

Bei näherer Betrachtung und selbst wohlwollender Beurteilung sind Hühner durchaus nicht so liebenswerte Wesen, wie uns diverse Schilderungen von Idyllen auf dem Bauernhof vorgaukeln wollen.

Man denke nur an die Hühner in den Lege- und Mastbatterien. Allesamt undankbare Geschöpfe. Sie werden mit auserlesenem Futter zu geregelten Zeiten (sogar eine Nachtjause ist eingeplant) und in ausreichender Menge versorgt, brauchen also keine einzige Sekunde und noch weniger einen Gedanken an die sonst so mühsame Futtersuche zu verschwenden.

Der mitfühlende Geflügelhalter stutzt die Krallen und Schnäbel seiner Schutzbefohlenen, eifrig darauf bedacht, die Streitsucht der Hennen auf humane Weise hintan zu halten. Tagtäglich werden sie mit Hormonen und Medikamenten versorgt, wiederum in dem rührenden Bestreben, dass den Hennen, die der Pfleger alle beim Namen nennen kann (Hendi 1 bis Hendi 14256), nur ja kein Unbill zustoße.

Und was tun sie, die Hühner? Sie sind aufsässig, lärmen unbegründet Tag und Nacht, legen Eier, von deren innerer Anwendung abzuraten ist und liefern Fleisch, das Männern stattliche Brüste wachsen lässt.

Solchem Undank kann man nur mit einem Boykott begegnen. Man kaufe keine Eier und kein Hühnchen aus Batteriehaltung, dann werden diese Vögel schon sehen, wie weit sie kommen.

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.tiergeschichten.de/2006/11/24/batteriehuhner-satire/

3 Kommentare

  1. Sabine Kern

    Ein Lachen, das im Hals stecken bleibt.

    Dagegen sind die Hühner in der biologisch artgerechten Haltung echt arm dran.

    Die meiste Zeit haben sie nur ein provisorisches Dach über dem Kopf, werden von Regen, Wind und Schnee gebeutelt, von dem grellen Tageslicht geblendet, müssen zur Futtersuche ihren Schnabel in den Schlamm graben, immer wieder kleine Steinchen mit im Futter.

    Und zusätzliche Vitamine, Hormone? Pustekuchen, dafür ist der Landwirt viel zu geizig. Von Krallen- und Schnabelschnitt keine Spur, wahrscheinlich zu viel Arbeit.

    Und wie sich diese Hühner bemühen, es allen recht zu machen. Eier, die auch ungefärbt gelbe Dotter haben, Fleisch, naja als Veggi kann ichs nicht so loben, aber für andere wohl wirklich lecker. Und noch niemand hat den Tierschutzverein alarmiert ob der erbärmlichen Zustände unter denen diese Tiere leben müssen.

  2. Ingo Baumgartner

    Hallo Sabine!

    Sicher ein Lachen, das im Halse stecken bleibt. Man sollte aber, in welcher Form auch immer, für artgerechte Haltung eintreten und so ein Bewusstsein bzw. Unrechtsbewusstsein schaffen. Danke für den Kommentar! Lg Ingo

  3. Ingrid Riedl

    Liebe Frau Edith,

    erfreut entdeckte ich hier ein Mosaik an Kostbarkeiten.Dankeschön. Meine Gratulation zu Ihrem Tiergeschichten-Blog!
    Und da Humor eine gute Medizin ist, erlaube ich mir, ein paar satirische Verse zu hinterlassen.

    Eine schöne, friedliche Adventzeit, viel Erfolg und alles Liebe
    wünscht
    Ingrid aus Innsbruck ;)
    Antibiotika in Puten endeckt!
    Na und?

    Na klar, ist es ein gutes Mittel,
    verringert so um fast ein Drittel,
    die Medizin, die uns verschrieben.
    Ein Rest davon ist drin geblieben
    im Puter, der uns vorgesetzt.

    So essen wir dann wohl zuletzt
    das Fleisch, gespickt mit viel Chemie
    und sparen dabei wie noch nie.

    Die Kassen haben Defizit,
    d’rum nehmt demnächst den Puter mit.
    So sage ich nur Mahlzeit – *schmatz*
    und brate ihn für meinen Schatz.

    Ob Schwein, ob Huhn, ob junge Pute,
    wo liegt denn hier das wahre Gute?

    Erst unlängst habe ich gebraten
    den Truthahn, der auch gut geraten,
    doch der Geschmack war etwas chemisch
    und meine Tochter meinte hämisch:

    “So ist das liebe werte Mutter,
    ob Du nun kaufst den “Super-Puter”,
    wenn man nicht weiß, wo er geboren,
    hat er nichts in dem Topf verloren.

    Seh’ nach, wie lang’, die Lagerzeit,
    wo er geschlachtet – was ist heut’,

    Vorsorglich hab’ ich ihn gebeizt,
    das Backrohr auch sehr gut beheizt,
    mit Wein getauft das arme Vieh’,
    erhoffte mir – das schmeckt man nie,
    daß in dem Puter – Pharmazie.

    © Ingrid Riedl

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