Es war mitten im Winter 1999/2000 genau zur Jahrtausendwende. Ich ging mit meinem Hund Jana einen Weg, den ich sonst bei solch einem Matsch nie gehe. Es war allerdings gefroren, denn das Thermometer zeigte bereits seit Tagen Minusgrade an.
Wie ich also so versonnen auf den Boden stierend, um mir nicht die Beine zu brechen, an der Kleingartenanlage vorbei und zwischen Brombeerhecken hindurch laufe, läuft mir auf einmal ein kleines, unvererkennbar schwarzes Wesen, mit weißer Locke auf dem Kopf vor den Beinen her.
Als ich näher hinschaue, sehe ich : Das ist ein Meerschwein. Vielmehr die Karikatur eines Meerschweines. Superdünn und ab Hals völlig kahl.
Ich nach Hause, Meerschweinfutter gekauft, und an einem sicheren Platz das Wesen gefüttert. Aber fangen lassen wollte es sich nicht!
Ab ins Tierheim, Katzenfalle geliehen, mit Futter bestückt und 5 Tage Meerschwein gejagt. Am 5 Tag saß es an der Falle, hinter sich eine dicke fette Ratte und ich beschloß beide, im Fall eines Falles, wieder aus der Falle zu schütten. Zum Glück ging es rein und die Ratte haute ab.
Zu Hause in der Badewanne habe ich dann erst mal das Meerschwein in einen Vogeltransportkäfig geschüttet, da ich ja nicht wußte, ob das Tier krank ist und ich keinen Transportkäfig für Meerschweinchen hatte.
Diagnose des Tierarztes: unterernährt, Milbenverseucht, aber quietschfidel und munter.
Tarzan lebte, kastriert und mit einer Partnerin aus einem Tierheim noch mehrere Jahre bei mir, bis ich ihn gehen lassen musste. Der Tierarzt meinte damals: Nach der Entzündung der Haut und dem massiven Milbenbefall zu urteilen muß der Kleine wegen der Milben ausgesetzt worden sein, um die Tierarztkosten zu sparen.
Muß so etwas sein???
Tarzan mit Partnerin Line
Autor: Kerstin Meyer
Tinkasg@aol.com

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