Im Land der sieben Bibelplagen
hat sich ein Drama zugetragen.
Einem Krokodil, fünf Meter lang,
wird schon vor dem Alter bang.
Es ist, was alle sehr verwundert,
noch immer ledig und bald hundert.
Meint’ eine Schildkröt’ – gut hundertzwanzig:
Beeil’ dich Alter, sonst wirst ranzig!“
Das Kroko gibt sich nun ganz wacker
Und ruft herbei den Madenhacker,
den Freund, dem er auch blind vertraut:
„He, Kumpel, such mir eine Braut!“
Hast du Erfolg, wird es dir nutzen,
du darfst mir dann die Zähne putzen.
Nicht über fünfzig soll sie sein,
gebildet, treu, im Herzen rein.
Und sag’ ihr, dass ich Schätze hab’,
Gold aus dem Pharaonengrab.
Ich hab’ die Truhe nicht vergessen,
seit ich die Diebe aufgefressen“.
Madi will keine Zeit verlieren
und beginnt zu recherchieren.
Er fliegt Nil auf und fliegt Nil ab,
doch Krokodamen, die sind knapp.
Da, in einer Stromesbucht,
liegt die Braut nach der er sucht.
Ein junges Ding, nicht fünfzig Jahre
(sie wär’ blond, hätt’ sie nur Haare).
So erzählt der Madenhacker
von seinem Freund, dem alten Knacker.
Die Schöne höchst gelangweilt gähnt
bis er dann das Gold erwähnt.
Da gibt sie sich auf einmal gnädig
Und der Krokomann ist nicht mehr ledig.
Moral:
Wiegst du das Alter auf mit Gold,
dann ist dir jede Schickse hold.
Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at
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