Regel Nummer Eins

Gehe NIE, ich wiederhole, nie, am Samstag zu Ikea.

Planung: Im Katalog alle Teile ausgesucht die wir brauchen.
Auftrag: Rein — Raus.
Zeitfenster: Maximal 45 min.

11.30 Uhr: Das Drama beginnt. Wider Erwarten einen Parkplatz gefunden. Kind Nr.1 will unbedingt ins Kinderland.

12:10 Uhr: Stehen immer noch vor dem Kinderland. Das Erste Mal leicht genervt. Versuchen Kind Nr. 1 mit obstrusen Versprechungen zu überreden mit uns einkaufen zu kommen. Sie will unbedingt da rein.

12:18 Uhr: Kind ist ohne einen Blick zurück im Kinderland verschwunden. Wir gehen los.

12:30 Uhr: Kommen in der Schlafzimmerabteilung an. Suchen die vorher ausgewählten Objekte. Nichts zu sehen.

12:35 Uhr: Frage eine junge Dame nach Verbleib der Möbel. Auskunft: Sind hier nicht auf Lager. Sollen nach Braunschweig fahren. Wird konfus, als ich nach einem Seitenblick auf Kind Nr. 2 nach einem Lappen frage. Kind Nr. 2 steht leicht breitbeinig in einem Spielhaus. Die Pfütze drum herum ist unmissverständlich.
Mein Einwand: Jahrgang ´02, Auslaufmodell, wird ohne Humor aufgenommen.

12.40 Uhr: Frau taucht wieder auf, hat die Möbel nicht gefunden. Ich unterrichte sie darüber, dass sie die Möbel auch nicht finden kann, weil sie nicht da sind. Deute auf das breitbeinige Kind. Dieses klärt aus 8 Metern Entfernung seine Umgebung auf: Papa, Pipi macht.
Laufen durch den ganzen Laden zum nächsten Klo. Hose wechseln.

12: 50 Uhr: Laufen durch den ganzen Laden mit trockenem Kind wieder zurück. Brauchen immer noch Schlafzimmermöbel.

13:00 Uhr: Nachttisch gefunden. Jetzt brauchen wir Vorhänge und Gedöns. Kind Nr.2 sitzt im Wagen und will nicht von mir geschoben werden. Frau mag aber nicht schieben, sie muss schauen. Das Kind schlägt nach mir. Dritte Mal leicht genervt.

13:10 Uhr: Können uns nicht einigen. Ich packe aber schon mal Vorhangstangen ein, die sich später als zu klein rausstellen. Kind will immer noch nicht von mir geschoben werden. Klärt lautstark die Abteilung darüber auf, dass sie Papa nicht mag.

13:25 Uhr: Kind muss Pipi. Wieder durch den ganzen Laden auf das nächste Klo. Wieso haben die nur eins? Und wieso bin ich immer am weit möglichst entfernten Punkt?

13:35 Uhr: Wieder zurück in die Lampenabteilung. Wir brauchen noch Nachttischlampen. Können uns nicht einigen. Kaufen irgendeinen billigen Klump.

13:55 Uhr: Noch mehr unnützen Krimskrams gekauft. Stehen an der Kasse.

13:58 Uhr: Kind muss Pipi. Tangiert mich nicht.

14:15 Uhr: Stehen immer noch an der Kasse. Kein Nennenswerter Fortschritt erkennbar. Durchsage: Die kleine Lara S. möchte aus dem Land, dessen Namen ich nicht schreiben kann weil ich nicht weiß, wie ich den kleinen Kringel über das „a“ bekomme, abgeholt werden.
Frau wird hektisch.

14:25 Uhr: Kind Nr. 1 ist wieder bei uns. Ich habe einen Schweinedurst und muss unbedingt eine Rauchen. Beschließe noch einen Hot Dog zu essen.

14:35 Uhr: Wir haben unseren Hot Dog. Kind Nr.2 will sich an den Kindertisch setzen, geht aber nicht, weil nur 2 Kinderstühle da sind, besetzt von 2 erwachsenen Männern in coolen Klamotten. Das ist gut, weil ich brauche dringend ein Ablassventil.

14:38 Uhr: Kinder sitzen. Wir essen.

14:55 Uhr: Sitzen im Auto. Kinder sind bei Erreichen des Gesäßes an den Sitzen eingeschlafen. Ich beinahe auch. Fühle mich kaputt.

Fazit: 3 1/2 Stunden unterwegs,
Teile die wir ursprünglich kaufen wollten: 0.
Vollgepisste Hosen: 1.
Nerven verloren und Frau angemault, bzw. vice versa: 4
Fremde Leute schlecht behandelt: 1

Autor: Sven Steinert
kontakt@sveste.de
http://www.sveste.de

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.tiergeschichten.de/2006/11/03/regel-nummer-eins/

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.