Mein Herrchen kam vom Briefkasten und brachte den Prospekt einer Hundebedarfsfirma mit. Da musste ich doch gleich d’rin ’rumschnüffeln – und was sehe ich: eine Pfotenreinigungsmaschine für 75 Euro. Nein, was sich die Menschen nur alles einfallen lassen, um den Hundefreunden das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Als neugieriger Dackel spitze ich natürlich die Ohren, als mein Herrchen die Gebrauchsanweisung laut liest : Wasser und Spezial-Pfotenreinigungs-Gel einfüllen, Pfote hineinstecken, ein paar Mal an der Kurbel drehen, saubere Pfote auf dem daneben befindlichen Trockenschwamm aufdrücken, fertig. Das Ganze natürlich vier Mal, da wir bekanntlich so viel Pfoten haben. Dann Maschine auseinander bauen, reinigen und wieder zusammen bauen.
Igittigitt, wenn ich daran denke, dass ich ein „rotierendes Bürstensystem“ an meine empfindlichen Pfoten lassen soll. Aber zum Glück wird das Gerät nur für Hunde ab einer Schulterhöhe von 40 cm empfohlen. Da ziehe ich meine zweibeinige Pfotenreinigungsmaschine vor; nämlich mein Frauchen: Pfote hinhalten, mit Altpapier den groben Dreck entfernen, mit einem feuchten Waschlappen abwischen und mit einem Handtuch abtrocknen; Feintrocknung dann an den Hosen von Frauchen. Das Reinigen der Maschine entfällt, da sich meine zweibeinige Pfotenreinigungsmaschine selbst sauber hält. Überhaupt vermute ich, dass das Auseinanderbauen, Reinigen und Zusammenbauen der Maschine länger dauern wird, als die eigentliche Reinigung.
Fehlt nur noch der elektrische Antrieb. Aber der wird als Nächstes kommen. Dann wird die Maschine wohl 100 Euro kosten. So, da habt ihr meine Meinung als Hund zur Pfotenreinigungsmaschine und wem sie nicht gefällt, der soll’s mir sagen. Frauchen scheint übrigens meine Meinung zu teilen: Denn womit wurde mir neulich der grobe Dreck entfernt? – Mit dem Prospekt der Pfotenreinigungsmaschine aus dem Altpapier.
© by Martin Eberhard Kamprad, Februar 2005
Autor: Martin Eberhard Kamprad
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