Mein Horror-Sylvester 2004/2005

Der ganze Horror hat schon 2 – 3 Tage vorher angefangen, als es nämlich zur Gewissheit wurde dass Ich mit meinen 2 Menschen nicht zu Herrchens Familie fahren kann um Sylvester zu feiern. Denn in diesem Haushalt sind vier Menschen, ein Rüde (Balou) und eine noch sehr junge Hundedame (Kira).

Kira soll wohl bald sterilisiert werden doch musste Herrchens, Schwester noch abwarten bis Kira zum ersten Mal läufig gewesen ist. Genau selbiges ist vor Weihnachten eingetreten und würde um Neujahr in die absolut heiße Phase geraten. Ihr könnt mir glauben mich hätte dieses mit Sicherheit nicht gestört, doch der allgemeine Rudelrat hat beschlossen das: Dass ein Labrador Rüde, ein Havaneser Rüde (beide äußerst  t r i e b haftig) und eine Schäferhund-Rotweiler Mix Hündin zuviel der Aufregung und super Stress für Mensch und Hund sein würde. Deswegen sind meine zwei Rudelmitglieder mir zuliebe Zuhause geblieben, dass beide nicht gerade bester Laune waren als auch noch der verbleibende Rest der Menschheit sich nicht bereit erklärte zu den beiden zu kommen, wahr dann zwangsläufig.

Na ja wenn das schon alles wäre müsste ich nicht meine Pfoten über der Tastatur kreisen lassen. Meine Menschen sind ja noch so treudoof und nehmen sich auch noch der Katze der Nachbarn über Weihnachten und Neujahr an. Dauernd rennen die in die Wohnung von dieser Katze und füttern und bedudeln die als ob die zu unserem Rudel gehören würde. Ich armes Schwein muss dann fast immer mit, denn ich vertrag mich ja so gut mit Betty. Dass ich bloß für unsere Nachbarn und meine Menschen so tue als ob ich sie gerne hätte, können sie ja nicht wissen. Eigentlich komm ich gar nicht mehr so gut mit Betty aus denn dieses Monster hat mich gehauen und zwar nicht zu knapp. Ist wohl schon ein wenig her, aber ich als Hund vergesse nicht so schnell. Vor diesem Hieb habe ich gerne mit ihr gespielt, wir haben sogar gemeinsam an einem Knochen genagt. Doch nach dem Hieb habe ich die Beziehung ein wenig einschlafen lassen.

Dieses war mein 3. Sylvester und die beiden voran gegangenen habe ich recht gut überstanden. Doch dieses Mal war alles ein wenig anders. Ich war schon mittags nicht ganz so versessen auf meine Gassi Runde denn es hat überall geknallt, woher soll ich den wissen was die Menschen da so veranstalten. Ich dachte mir, vielleicht haben ein paar von den dusseligen Menschen einen kleinen Krieg angefangen. Ich bin einfach nur ein Hund und von solchen Sachen verstehe ich einfach nichts und wie soll ich dann die Menschen und ihre Bräuche verstehen.

Bei meinem Abendausflug eskalierte das ganze fast schon, überall Lärm und bunte Regentropfen die vom Himmel regneten. Herrchen sagte noch zu mir ich solle mich nicht so haben er sei doch bei mir, im Übrigen tat der auch noch so als sei dieses alles normal. Doch ich für meinen Teil habe beschlossen, keine größeren Geschäfte draußen zu erledigen, nicht zu riechen und vor allem meine Herrchen mehr als einen Meter zu verlassen, sicher ist sicher. Zuhause habe ich mich dann genüsslich in mein Bettchen gelegt und der Dinge geharrt, die noch folgen sollten.

Herrchen und Frauchen war es besonders langweilig, auch weil angeblich nichts Tolles im Fernseher lief. Deshalb beschlossen Sie da Betty ja auch solche Angst hat, könnten Sie dieses schnurrende Elend zu uns herüber holen. Ich bin ja im Allgemeinen ein sehr geselliger Typ und deshalb dachte ich mir, ich könnte ein wenig nett sein. Die Beziehung zu Betty wieder ein wenig pflegen. Ha ha, bin ich ein Idiot! Nach ca. einer viertel Stunde hat die mir wieder eine geknallt, die sich gewaschen hat. Frauchen hat dauernd nach der Katze geschaut und Herrchen hat so getan als ob ich immer noch die Nummer eins wäre, doch verarschen lass ich mich nicht. Betty hier, Betty da, zum verrückt werden und der Krieg draußen steigerte sich immer mehr.

Um 0.00 Uhr war es dann um mich geschehen, habe mich einfach im Bad unter das Waschbecken gesetzt und bin vor Angst vergangen. Hier an dieser Stelle muss ich doch eine Lanze für mein Herrchen brechen. Er kam gleich hinterher und hat sich 15 min. zu mir gesetzt und wieder auf normal gemacht. Hat mich aber doch um Welten beruhigt und so konnte ich es mit Mühe und Not durchstehen.

Nachdem der ganze Atomkrieg vorüber war, mussten wir drei diese Obermemme Betty suchen. Herrchen hat sie dann hinter einer Lautsprecher Box gefunden. Ich gebe ja zu das ich auch nicht gerade in vorderster Reihe gestanden bin, doch sich so zu verkriechen ist ja schon nicht mehr zu verantworten. Da heißt es doch immer Katzen sind noch halbe Raubtiere, dass ich nicht lache. Um 3 Uhr hat sich dann mein Herrchen noch mal mit mir um den Block gemacht, doch umsonst außer einer ganz zaghaften Markierung meinerseits war nichts drin.

Doch beim Morgen Gassi im neuen Jahr habe ich meinen fast berstenden Darm dann gänzlich und überglücklich entleert. Auch war mir viel wohler als zu Hause, denn seit dem 31.12 ist die Obermemme bei uns zu Gast und verdirbt mir die ganze Laune, denn ich trau ihr einfach nicht mehr.

Ganz im Vertrauen ich glaube ich bin auch ein wenig Eifersüchtig. Doch bald sind die Nachbarn wieder da und ich habe mein Rudel wieder ganz allein.

Ein gutes Neues Jahr wünsch ich allen Vier und Zweibeinern.

Euer Sammy

Autor: Ralf Bitzerralf.bitzer@gmx.de
http://www.bichon-havanais.de

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